Salesforce Winter 21 Release: 8 Highlights

Mit dem Salesforce Winter 21 Release kommen hammer Neuerungen bei Lightning Record Pages und Flows. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Highlights und einige kritische Punkte vor.

Lightning Record Page

Bereits im Summer 20 Release deutete Salesforce die Abkehr von Page Layouts an. Im Winter 21 Release geht Salesforce einen großen Schritt weiter. Mit Dynamischen Forms und Dynamischen Buttons lassen sich ganz neue Oberflächen gestalten. Damit können wir die Business Anforderungen unserer Anwender viel besser erfüllen. Das wird die Akzeptanz von Salesforce CRM immens steigern.

Dynamische Forms

Mit dem Winter 21 Release verlassen Dynamic Forms für Custom Objects das Beta-Stadium und sind generell verfügbar. Für die Standardobjekte sind sie für Spring 21 auf der Roadmap. Ich habe es ausprobiert und finde es großartig. Das Wichtigste im Überblick:

Dynamic Forms im Salesforce Winter 21 Release
Dynamic Forms
  1. Nachdem ihr eine Record Page erstellt oder migriert habt, verwendet Salesforce die Sections aus dem Page Layout auch in der Record Page.
  2. Mit Filtern könnt Ihr ganze Sections oder einzelne Felder ausblenden. Ab Spring 21 könnt Ihr dann z.B. das Feld Verlustgrund für eine Opportunity erst anzeigen, wenn die Phase auf Verloren gesetzt ist.
  3. Ihr könnt einzelne Sections aus dem Page Layout in andere Teile der Record Page verschieben. Einzelne Felder konnte ich nicht verschieben.

Dynamische Buttons

Außerdem habt ihr jetzt die Möglichkeit, dynamische Actions (Buttons) im Highlights Panel anzuzeigen.

Dynamic Actions im Salseforce Winter 21 Release
Dynamic Actions
  1. Nachdem Ihr die Buttons aus dem Page Layout übernommen habt, könnt ihr ein Button auswählen und
  2. Eine Filterbedingung angeben, wann Salesforce den Button anzeigt.

Darüber hinaus zeigt Salesforce im Highlights Panel jetzt sieben statt nur vier Felder an.

Der Flow Builder

Bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen haben wir in Salesforce die Wahl zwischen Workflow, Process Builder und dem Flow Builder. In den letzten Jahren hat Salesforce den Flow Builder bereits massiv verbessert. Mit dem Winter 21 Release kommen noch einmal so viele coole Kleinigkeiten hinzu, dass es keinen Grund mehr gibt Workflows oder Process Builder einzusetzen.

Kriterien für einen Record-Triggered Flow

Man überliest die Ankündigung in den Release Notes schnell: Improve the Performance and Precision of Record-Triggered Flows with Entry Criteria. Die hat es aber in sich. Kleiner Ausflug in die Geschichte:

  • Bei Workflow Regeln gibt es die Regelkriterien. Salesforce startet eine Workflow nur dann, wenn diese Kriterien erfüllt sind.
  • Für den Process Builder gibt es keine Regelkriterien. Salesforce startet den Prozess bei jeder Datensatzänderung. Erst im Prozess entscheidet Salesforce anhand der Enstscheidungsknoten, ob eine Aktion ausgeführt wird oder nicht.

Falls ihr die Vorgehensweise von Workflow Regeln auch auf Prozesse angewendet und pro Objekte mehrere Prozesse habt, macht das Eure Salesforce Instanz langsam. Mit den Kriterien bei Flows verwendet Salesforce Flows genau wie Workflows. D.h. Salesforce startet den Flow nur dann, wenn die Kriterien im Datensatz erfüllt sind. Langsame Salesforce Instanzen lassen sich damit erheblich beschleunigen!

Kriterien für einen Record-Triggered Flow im Salesforce Winter 21 Release
Kriterien für einen Record-Triggered Flow
  1. Nachdem ihr im Startelement ausgewählt habt, dass der Flow gestartet werden soll wenn ein Record Created, Updated oder Created or Updated wurde, könnt ihr die Bedingungen eingeben.
  2. Bei der Option könnt ihr angeben, dass Salesforce den Flow nur ausführt, wenn die Bedingung durch die Bearbeitung eingetreten ist und es vorher nicht war. Beispielsweise schreibt Salesforce eine Chatter Nachricht nur einmal, wenn eine Opportunity gewonnen ist.

Flow Builder Auto Layout (Beta)

Früher war der Flow Builder unübersichtlich und nur etwas für Hartgesottene. Mit dem Auto Layout von Flows läßt sich der Flow Builder auch von normalen Admins bedienen. Es gibt keinen Grund mehr, beim Process Builder zu bleiben.

Flow Builder Auto Layout im Salesforce Winter 21 Release
Flow Builder Auto Layout
  1. Die Option Auto-Layout läßt die Flows in einer übersichtlichen Darstellung anzeigen. Achtung: Mit der Option verliert ihr Eure individuelle Positionierung von Flow Elementen auf dem Canvas.
  2. Sogar Schleifen stellt der Flow Builder anschaulich dar.

Before Delete Flows

Wenn ihr auf das Löschen von Datensätzen reagieren wolltet, musstet ihr bisher einem APEX-Trigger programmieren. Im Winter 21 Release hat Salesforce die Before Delete Flows eingeführt. Damit könnt ihr beispielsweise alle Cases löschen, wenn ihr einen PersonAccount löscht.

Before Delete Flow im Salesforce Winter 21 Release
Before Delete Flow

Bei Record-Tiggered Flows lädt Salesforce verwandte Datensätze

Wenn ein Datensatz geändert wurde und ihr im Flow Builder auf einen verwandten Datensatz zugreifen wollt, musstet ihr die Datensätze mit einem GetRecord Element nachladen. Das ist mit Winter 21 nicht mehr erforderlich. Mit Hilfe der $Record Variable kann man direkt auf die Datensätze zugreifen. Um wie vieles übersichtlicher werden da die Flows!

Bei Record-Triggered Flows vom Contact zum Account navigieren.
Vom Contact zum Account über die $Record Variable

Sonstige Erweiterungen an Flow Screens

Neben den oben erwähnten Erweiterungen gibt es die Möglichkeit ein Screen Element im Flow in mehreren Spalten darzustellen. Das ist noch ein Pilot, läßt aber schon erahnen dass Salesforce die Flow Screens ähnlich flexibel gestaltet wie die Lightning Record Pages.

Außerdem kann ein Entwickler objektunabhängige Screen Elemente für einen Flow programmieren. Da sind zwar ein paar Zeilen Code notwendig, dafür kann ein Programmierer eine einzige Komponente erstellen, die für mehrere Objekte genutzt werden kann. Beispielsweise eine Tabelle, um Vorname, Nachname und Email Adresse für Contacts, Leads und PersonAccounts zu editieren. Bisher musste für jedes Objekt eine individuelle Komponente programmiert werden.

Reporting

Auch im Bereich Reporting überrascht Salesforce uns mit zwei coolen neuen Funktionen.

Neue Felder automatisch in Custom Report Types aufnehmen

Ist Euch das auch schon passiert? Ihr habt für ein Objekt ein neues Feld angelegt und musstet es anschließend in allen Custom Report Types hinzufügen? Das ist eine mühselige Arbeit. Mit Winter 21 könnt Ihr eine Funktion aktivieren, dass Salesforce dieses automatisch vornimmt. Noch ist es eine Beta Funktion. Hoffen wir, dass sie in Spring 21 generell verfügbar ist.

Reportergebnis als Dateianhang

Wenn ihr einen Report abonniert, könnt ihr die Ergebnisse des Berichts als Excel-Datei oder CSV-Datei anhängen lassen. Der Dateianhang kann bis zu 15.000 Zeilen und 30 Spalten enthalten. Formatierte Berichte sendet Salesforce als Excel-Datei. Details sendet Salesforce als CSV-Datei.

Reportergebnis als Dateianhang.
Reportergebnis als Dateianhang

Mobile App

Ab dem 19. Oktober rollt Salesforce einige neue Funktionen in der Mobile App aus. Einen Überblick findet ihr unter diesem Link. Wirklich cool ist die Möglichkeit ein Launchpad zu erstellen.

Und der Knaller für alle, die auch die Marketing Cloud benutzen: Ihr könnt Push-Nachrichten aus der Marketing Cloud an die Salesforce App senden! Awesome… Noch ist es ein Pilot, wollen wir mal sehen, was Spring 21 bringt.

Sonstige Erweiterungen

Neben den vier großen Bereichen beschert Salesforce uns noch ein paar andere Verbesserungen.

Email Template Builder

Mit Hilfe des Email Template Builders könnt ihr Lightning Email Templates visuell erstellen. Das wirkt wiederum mit dem Flow Builder zusammen. Wolltet Ihr eine Email aus einem Workflow oder einem Prozess versenden, musstet ihr bisher Classic Email Templates verwenden. Für den Flow Builder gibt es eine Quick Action, die sogar ohne Email Template auskommt. Es sieht so aus, als ob die Classic Email Templates angezählt sind.

Security Center

Salesforce selbst zieht die Sicherheitsschraube immer weiter an. Um auch uns dabei zu unterstützen hat Salesforce das Security Center entwickelt. Ihr müsst einen Case beim Salesforce Support erstellen. Danach habt ihr dann eine neue App „Security Center“ im App Launcher.

APEX Save Navigation Operator

Wenn Du schon mal APEX programmiert hast, dann weißt Du wieviel Code man schreiben muss, um eine Null-Pointer Exception zu verhindern. Und wirklich Mehrwert liefert der Code nicht. Dem hat Salesforce nun mit dem Save Navigation Operator ?. Abhilfe geschaffen. Statt:

results = [SELECT Name FROM Account WHERE Id = :accId];
if (results.size() == 0) { // Account was deleted
    return null;
}
return results[0].Name;

Heißt es dann nur noch:

return [SELECT Name FROM Account WHERE Id = :accId]?.Name;

Neue kritische Punkte im Salesforce Winter 21 Release

Gerade mit dem Winter 21 Release führt Salesforce viele neue Sicherheitsupdates ein. Diese hatte ich schon im Summer 20 Release beschrieben. Neu hinzu kommen die folgenden Themen:

  1. Verzicht auf die RefId für die Email2Case Funktionen. Eigentlich sollte das kein Problem sein. Allerdings gibt es einige Salesforce Organisationen mit viel individuellem Code, welche die RefId in Code oder Prozessen verwenden.
  2. Lightning Sync for Exchange läuft im Jahr 2021 aus. Perspektivisch müsst ihr Euch auf einen Wechsel zu Einstein Activity Capture einstellen.
  3. Instanznamen verschwinden aus den URLs. Schon seit 2018 bekannt, sollte das eigentlich kein Problem sein. Bei alten Orgs gilt es dennoch zu prüfen, ob in Formeln, Buttons oder Links eventuell ein Instanzname in der URL verbaut ist.

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