Das Salesforce Summer 26 Release vom Juni 2026 bringt zahlreiche spannende Neuerungen und Verbesserungen, die dir helfen, deine Arbeitsabläufe zu optimieren und effizienter zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei wieder Flows, Agentforce und auch einige spannende Neuerungen für Entwickler. Das genaue Release Datum für deine Umgebung kannst du hier unter Salesforce Trust prüfen. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Salesforce Summer 26 Release Highlights. Die kompletten Release Notes habe ich dir hier verlinkt.
Wachwechsel bei Salelsforce: Was geht und was kommt neu dazu
Die Salesforce-Plattform erfindet sich kontinuierlich neu und schickt im Zuge des Summer 26 Release bewährte Klassiker zugunsten moderner Nachfolger in den Ruhestand.
Chatter wird in neuen Orgs deaktiviert
Ab dem Summer 26 Release schaltet Salesforce in neuen Orgs Chatter standardmäßig aus. Stattdessen soll Salesforce Channels (eine Version von Sklack) verwendet werden. Bereits bestehende Orgs sind von dieser Änderung nicht betroffen.
Marketing Cloud Next
Marketing Cloud Next treibt die Evolution der Plattform auf Basis der Salesforce-Infrastruktur (Data Cloud/Core-Architektur) stark voran. Zu den wichtigsten Funktionen gehört die Einführung von hochperformanten Marketing Objects, die als extrem schneller Datenspeicher für externe Marketingdaten fungieren. Ein absolutes Highlight ist hierbei die vollständige Unterstützung der Programmiersprache AMPscript, wodurch Marketer Empfängerdaten direkt aus diesen neuen Objekten auslesen, Inhalte dynamisch personalisieren und bestehende Logiken aus der klassischen Marketing Cloud Engagement nahtlos weiterverwenden können. Zudem bietet der visuelle Editor jetzt eine integrierte Syntax-Validierung, die Fehler im Code (AMPscript und Handlebars) direkt hervorhebt und Lösungsvorschläge liefert. Ergänzt wird das Angebot durch intelligente Daten-Synchronisierung (z. B. Consent-Management zwischen Account Engagement und Marketing Cloud Next) sowie neue, KI-gestützte Funktionen wie den Journey Decisioning Agent für dynamische Kundenreisen.
Ein weiterer Hinweis darauf, dass die klassische Marketing Cloud ihrem Lebensende entgegen geht erkennst du daran, dass einige Einstein Funktionen in der Marketing Cloud in einigen Regionen (z.B. Indien) bereits deaktiviert werden. In den USA und Europa funktionieren sie noch, aber Salesforce empfiehlt bereits den Umstieg auf Marketing Cloud Next.
Tableau Next
Als weltweit erste Plattform für „Agentic Analytics“ löst Tableau Next das klassische Tableau ab und arbeitet nativ mit den autonomen KI-Agenten von Agentforce zusammen, um Daten direkt in automatisierte Handlungen umzumünzen. Das technologische Herzstück bildet der neue Tableau Semantics Layer, der Kennzahlen unternehmensweit vereinheitlicht, während eine flexible API-First-Architektur die nahtlose Einbettung in Arbeitsabläufe ermöglicht. Gesteuert wird das Ganze in Echtzeit über die Salesforce Data Cloud, was den direkten Zugriff auf verteilte Daten ohne Duplikate erlaubt.
Fazit: Ähnlich wie bei der Marketing Cloud setzt Salesforce auch bei Analytics auf einen radikalen Schnitt – weg vom isolierten Altsystem, hin zur vollständig integrierten, proaktiven KI-Plattform.
Upgrade für Event-Driven-Architectures: Standard-Volume Platform Events ziehen um
Ein wichtiges Infrastruktur-Update im Salesforce Summer ’26 Release betrifft Entwickler und Systemarchitekten: Salesforce verabschiedet sich endgültig von den klassischen Standard-Volume Platform Events und fordert Kunden zur Migration auf High-Volume Platform Events auf.
Das musst du jetzt tun: Bestehende Standard-Events in deiner Organisation müssen überprüft und auf das High-Volume-Modell umgestellt werden. Während die reine Veröffentlichung von Events im Apex-Code (z.B. via EventBus.publish) in der Regel unverändert bleibt, müssen Abonnenten-Strukturen genau analysiert werden. Externe Integrationen, die via API angebunden sind, sowie Salesforce Flows, die auf diese Events reagieren (Event-Triggered Flows), sollten in einer Sandbox-Umgebung gründlich getestet und ggf. neu verknüpft werden. So stellst du sicher, dass Event-Replays und datenstrombasierte Prozesse auch nach der Umstellung fehlerfrei funktionieren.
Sicherheits-Update: Das Aus für den OAuth 2.0 Username-Password Flow
Salesforce erhöht den Schutz vor Cyber-Risiken drastisch und kündigt mit dem Summer ’26 Release das endgültige Aus für den veralteten OAuth 2.0 Username-Password Flow zum Winter ’27 Release an. Da dieser Authentifizierungs-Flow direkt mit echten Benutzer-Anmeldedaten arbeitet und kein MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung) unterstützt, stellt er ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Unternehmen müssen bestehende API-Integrationen und automatisierte Skripte, die noch auf diesem Verfahren basieren, dringend identifizieren und umstellen. Als sichere und zukunftssichere Nachfolger empfiehlt Salesforce modernere Protokolle wie den OAuth 2.0 JWT Bearer Flow oder den Client Credentials Flow. Wer nicht rechtzeitig handelt, riskiert nach dem Winter ’27 Release den plötzlichen Abbruch geschäftskritischer System-Schnittstellen und Datenverbindungen.
Allgemeine Salesforce Summer 26 Release Highlights
Berechtigungen in den Salesforce Summer 26 Release Notes
Field Level Security Übersicht auf Objekten
Mit dem Summer 26 Release kommt auch eine neue Übersicht an den Objekten, in der du die FLS Settings pro Feld und Permission Set oder Profile sehen kannst. Die Übersicht befindet sich direkt unter dem Reiter der bekannten Object Access Ansicht.

- Wähle das Feld aus.
- Wähle entweder Permission Set, Permission Set Group oder Profile aus.
- Salesforce zeigt dir eine Übersicht der FLS Einstellungen an (in diesem Beispiel für Profile).
Leider fehlt hier noch der Edit Button, um die FLS Einstellungen in der Übersicht zu ändern. Mit etwas Glück kommt dieses Feature im nächsten Release. Die Release Note hierzu habe ich dir hier verlinkt.
List View Berechtigung zum Teilen von eigenen List Views
Bislang waren die Möglichkeiten das Teilen und Bearbeiten von List Views zu steuern eher begrenzt. Es gab nur die Berechtigung „Manage Public List Views“ mit der man alle öffentlichen List Views bearbeiten konnte. Jetzt legt Salesforce auch hier nach und bietet mit der Berechtigung „Manage Shared List Views“ die Möglichkeit Benutzern das Teilen von eigenen List Views mit Groups und Roles in denen sie zugehörig sind. Eine Möglichkeit auf die viele Administratoren, die genervt waren von Benutzern, die geteilte List Views immer wieder geändert haben, mit Sicherheit gewartet haben. Weitere Informationen dazu findest du hier.
Salesforce Summer 26 Release Highlights – Flow-Builder
Email Templates im Flow leichter deployen
Bislang musstest du immer die Id des Email Templates in der Email Send Action hinterlegen. Das hat zu Problemen beim Deployment des Flows geführt oder du musstest dir die Id des Email Templates mit einem Get Records Element in den Flow reinholen. Damit ist jetzt Schluss. Mit dem Summer 26 Release kannst du ab sofort den Namen des Email Templates in der Send Email Action eingeben.

Klicke dazu auf „Email Template Name“.

Salesforce zeigt dir daraufhin die Liste der Email Templates an, die du auswählen kann. Das ist zwar nur ein unscheinbares Feature, aber es erleichtert den Umgang mit Email Templates in Flows ungemein. Klicke hier, um dir die kompletten Informationen hierzu durchzulesen.
Datum Operatoren in Decision Elementen nutzen
Du kannst jetzt in Decision Elementen auf diverse Datum Operatoren zugreifen, wenn du ein Datumsfeld auswählst. Das spart dir bei einfachen Logiken ein Formelfeld.

Das Release Note hierzu habe ich dir hier verlinkt.
Salesforce setzt Agentforce for Flow wieder auf Beta Status
Nach Agentforce for Flow eigentlich bereits generally available war, setzt Salesforce dieses Feature wieder zurück auf den Beta Status. In dem Release Note hierzu heißt es, dass man noch nachbessern möchte. Klicke hier für mehr Informationen.
Automation App zeigt die Flow Error Rate an
Mit dem Summer 26 Release kommt noch ein auf den ersten Blick unscheinbares Feature hinzu, welches das Automation Home deutlich aufwertet. In den List Views des Automation Home wird für die aktiven Flows die Error Rate angezeigt. Du siehst so auf den ersten Blick welche Flows öfter auf einen Fehler laufen und angepasst werden sollten.

0% wird in diesem Fall grün angezeigt. 1 – 100 % wird gelb angezeigt. Dieses Feature wertet die List Views in der Automation App auf und bieten einen Mehrwert gegenüber den List Views im Setup. Hier habe ich dir den Release Note verlinkt.
Verwandte Datensätze im Data Table anzeigen und öffnen
Mit dem Summer 26 Release gibt es eine weitere Aufwertung für die Data Table Komponente im Screen. Du kannst jetzt bei Lookup Feldern die Namen der Datensätze und auch Links zu den Datensätzen anzeigen lassen. Aktiviere dazu die beiden Checkboxen „Show record name“ und „Link to record“ in der Spalte.

Salesforce zeigt dir im Data Table den Namen des Datensatzes an anstatt der Id und wenn du auf den Namen klickst, öffnet sich die Datensatzseite in einem neuen Tab.

Dieses neue Feature macht die Arbeit mit dem Data Table für User und Admins noch komfortabler. Mehr Informationen zu diesem neuen Feature findest du hier.
Der Flow Orchestrator ist nun kostenlos
Großartige Neuigkeiten für die Automatisierung: Flow Orchestration wird Standard
Mit dem Summer ’26 Release macht Salesforce ein mächtiges Automatisierungstool für alle Kunden zugänglich: Flow Orchestration ist ab sofort kein kostenpflichtiges Add-on mehr, sondern wird als Standard-Flow-Typ direkt in die Plattform integriert. Während ein normaler Flow wie ein Spezialist für eine einzelne Aufgabe agiert, fungiert der Orchestrator als „Dirigent“, der komplexe, abteilungsübergreifende Prozesse steuert. Unternehmen können damit langlaufende Workflows orchestrieren, die verschiedene Benutzer nacheinander einbinden, ohne dass die Automatisierung bei manuellen Zwischenschritten oder Freigaben abbricht.
Salesforce Summer 26 Release Highlights für Entwickler
Paradigmenwechsel in der Apex-Sicherheit – User Mode und „With Sharing“ werden Standard
Mit dem kommenden Summer ’26 Release zieht Salesforce die Daumenschrauben in puncto Plattform-Sicherheit massiv an. Für Entwickler und Administratoren bedeutet dies einen fundamentalen Paradigmenwechsel: Die bewährte, aber riskante Philosophie „Standardmäßig alles erlaubt, außer man schränkt es ein“ wird endgültig abgelöst durch das Prinzip des Least Privilege (minimale Rechtevergabe).
Konkret führt Salesforce zwei tiefgreifende Änderungen in der Apex-Ausführung ein, die direkten Einfluss auf bestehende und zukünftige Implementierungen haben:
1. Datenbank-Operationen: Vom System Mode zum User Mode
Bisher liefen SOQL-, SOSL-Abfragen und DML-Operationen in Apex standardmäßig im sogenannten System Mode. Das bedeutete, dass der Code mit vollen Systemrechten ausgeführt wurde – Berechtigungen des aktuellen Benutzers auf Objekt- (CRUD) oder Feldebene (FLS) wurden ignoriert, sofern dies nicht explizit im Code erzwungen wurde.
Was sich ändert: Ab dem Summer ’26 Release schaltet Salesforce um. Alle SOQL-, SOSL- und DML-Statements, bei denen kein Modus explizit definiert ist, werden standardmäßig im User Mode ausgeführt. Das System prüft nun bei jeder Abfrage automatisch, ob der angemeldete Benutzer überhaupt das Recht hat, die entsprechenden Daten zu sehen, zu erstellen oder zu bearbeiten. Fehlen diese Rechte, schlägt die Operation fehl.
Klicke hier für mehr Informationen.
2. Apex-Klassen: „With Sharing“ wird zum Default
Ein ähnlicher Umbruch findet bei den Freigabeeinstellungen (Sharing Rules) von Apex-Klassen statt. War eine Klasse bisher nicht explizit als with sharing oder inherited sharing deklariert, wurde sie implizit als without sharing behandelt. Sie ignorierte also sämtliche Sharing-Regeln und der Nutzer konnte Datensätze sehen, auf die er eigentlich keinen Zugriff haben sollte.
Was sich ändert: Die Standardeinstellung für alle Apex-Klassen wird auf with sharing umgestellt. Ohne explizite Angabe erzwingt Apex nun bei jeder Klasse die Einhaltung der Sharing-Regeln der Salesforce-Organisation.
Mehr Informationen findest du hier.
Zusammenfassend musst du alle APEX Klassen, die SOQL, SOSL oder DML enthalten, beim Umstieg auf die API-Version 66 (Salesforce Summer 26) oder höher überprüfen und explizit with sharing/without sharing und user mode/system mode setzen.
Salesforce Summer 26 Release Highlight: Mehrzeilige Strings und String-Interpolation in APEX
Mit dem Summer ’26 Release wird Apex-Code deutlich sauberer und lesbarer: Große Textblöcke – wie JSON-Payloads für API-Anbindungen – können Entwickler ab sofort als mehrzeilige Strings (Multiline Strings) deklarieren, indem sie den Text einfach in dreifache Anführungszeichen (''') setzen. Das mühsame Aneinanderketten einzelner Zeilen per Plus-Zeichen entfällt damit komplett. Zudem ersetzt die neue Methode String.template() das alte String.format(). Statt unübersichtlicher, indexbasierter Platzhalter lassen sich Variablen nun direkt über benannte Schlüssel im Format ${variableName} zuweisen. Das reduziert die Fehleranfälligkeit drastisch und vereinfacht die Code-Wartung spürbar.
String newCustomerJson = '''
{
"Name" : "John Doe",
"Type" : "New Customer",
"Interests":
[
{"id": "101", "sportName: "biking"},
{"id": "102", "sportName: "running"},
{"id": "103", "sportName: "football"}
]
}''';
LWC State Management ist Generally Available
Mit dem Summer ’26 Release schließt Salesforce eine wichtige Lücke bei der Entwicklung komplexer Benutzeroberflächen und schaltet das neue LWC State Management offiziell für alle Kunden frei (GA). Bisher mussten Entwickler bei Lightning Web Components auf externe Bibliotheken (wie Redux oder MobX) oder komplexe Event-Ketten zurückgreifen, um den Status (State) von Daten über mehrere Komponenten hinweg konsistent zu halten. Das neue, nativ in die Plattform integrierte State Management ermöglicht es nun, Anwendungsdaten zentral zu verwalten und komponentenübergreifend synchron zu teilen. Für Entwickler bedeutet dies deutlich schlankeren JavaScript-Code, eine spürbar reduzierte Fehleranfälligkeit bei der Datenweitergabe und eine optimierte Performance beim Rendern dynamischer UI-Elemente.
Web Console (statt Developer Console)
Eine echte Arbeitserleichterung für Developer: Mit der neuen Apex Web-Konsole (Beta) können Entwickler Apex-Code ab dem Summer ’26 Release direkt im Salesforce-Setup einsehen und bearbeiten. Die Konsole basiert auf einer schlanken, abgespeckten Version von VS Code, wodurch das gewohnte Look-and-Feel der beliebten Entwicklungsumgebung direkt in den Browser wandert. Das spart beim schnellen Prototyping, bei Code-Analysen oder bei kleineren Anpassungen wertvolle Zeit, da der Wechsel in eine externe Desktop-IDE für viele alltägliche Handgriffe überflüssig wird.


